IKARUS, No. 9
Riesenalk (Alca impennis, ehem. Pinguinus impennis)

ausgestorbener flugunfähiger Seevogel. Mit einer Körpergröße von bis zu 85 Zentimeter und einem Gewicht von etwa fünf Kilogramm war er der größte der Alkenvögel. Er ist die einzige Art aus dieser Familie, die in historischer Zeit ausstarb. Die letzte verlässliche Sichtung dieser Art erfolgte im Jahr 1852.[1] Von der Größe einer Gans, oben schwarz, unten weiß und mit einem hellen Fleck vor den Augen, der ihm den weiteren Namen “Brillenalk” gegeben, lief er mit kurzen Schritten aufrecht wie ein Mensch daher, sich mit heftigem Beißen gegen Angriffe wehrend.
Es sind lediglich acht Brutkolonien sicher belegt. Die Funkinsel, eine kleine unbewohnte Insel vor der Küste Neufundlands, beherbergte vermutlich die größte Kolonie.
Die kanadischen Brutplätze wurden zunächst durch hungrige Matrosen geplündert; ab dem 18. Jahrhundert etablierten sich Menschen auf den Inseln, die die Vögel mit Knüppeln erschlugen und sie blanchierten, um ihre Daunen zu gewinnen. Die fetten Gebeine wurden als Brennstoff benutzt. 1785 war die Abschlachtung durch das Daunensammeln so weit verbreitet, dass Kapitän George Cartwright vor dem Aussterben der Art warnte. Durch ihre geringe Vermehrungsrate (jedes Weibchen legte pro Jahr maximal ein Ei) konnten sich die Bestände nicht erholen. 1808 wurde das letzte Exemplar auf den Färöern gesichtet, als Vogelfänger die Region Stóra Dímun besuchten. Bei ihrer Hilflosigkeit auf dem Lande wurden die plumpen Vögel scharenweise von Seefahrern in große, mit Steindämmen eingehegte Plätze getrieben und dort zu Tausenden erschlagen.

Im 19. Jahrhundert war zunächst die unzugängliche Geirfuglasker der letzte Zufluchtsort der Art. 1830 wurde die Insel durch einen Vulkanausbruch zerstört. Der schmale Fuß der benachbarten, steilen Felseninsel Eldey wurde dann zum letzten bekannten Brutplatz. Eine zweistellige Anzahl von Vögeln wurden hier zwischen 1831 und 1840 getötet.[7] Am Morgen des 3. Juni 1844 wurden die letzten beiden brütenden Exemplare von Jón Brandsson und Sigurður Ísleifsson erwürgt und das letzte Ei von Ketill Ketilson zertreten. Die Bälge wurden an einen dänischen Sammler verkauft.[8] Die genaue Beschreibung ihres Fanges, der Tötung und des Verkaufs der Bälge ist durch die Recherche der 1858 in Hafnir weilenden Ornithologen Prof. Alfred Newton und John Wolley aus Cambridge überliefert.

Quelle:
biologie-seite.de

Anmkerkung Dr. Martin Päckert, Sektionsleiter Ornithologie, Senckenberg Institut:
Zu dem Dresdener Schaupräparat des Riesenalks findet sich im Katalog lediglich die Herkunftsangabe “Eismeer”