IKARUS, No. 7
Weißbunter Rabe /Färöer Rabe (besondere Farbmorphe der nordwestlichen Unterart Corvus corax varius)

Vermutlich lebte der Weißbunte Rabe spätestens seit dem Mittelalter auf den Färöern. Er wurde oft beschrieben. Die älteste Quelle ist die färöische Ballade Fuglakvæði eldra aus der Zeit vor 1500, die 40 Vogelarten erwähnt, darunter sogar den Riesenalk.
Der Weißbunte Rabe war wegen seiner Seltenheit ein begehrtes Sammlerobjekt ausländischer Sammler, folglich ging sein Bestand durch Jagd immer mehr zurück. Zum Beispiel wird aus dem 19. Jahrhundert berichtet, dass der Gemeindevorsteher Hans Christopher Müller für ein präpariertes Exemplar aus Nólsoy zwei Dänische Reichstaler bezahlte.Eines der letzten Exemplare wurde am 2. November 1902 auf Mykines getötet. Im Herbst 1916 wurde noch ein Weißbunter Rabe bei Velbastaður und auf Koltur gesehen. Das letzte bekannte Exemplar tauchte im Schneewinter 1947 und dann noch einmal in der zweiten Jahreshälfte 1948 auf Nólsoy auf. Aufgrund der gestiegenen Aufmerksamkeit an den letzten Exemplaren ist es unwahrscheinlich, dass es danach noch weitere Individuen gab. Seitdem gilt der Weißbunte Rabe als ausgestorben.Heute existieren weltweit noch 15 bekannte Präparate: 6 in Kopenhagen, 4 in New York, 2 in Uppsala und je 1 in Leiden, Braunschweig und dem Museum für Tierkunde Dresden.

Anmkerkung Dr. Martin Päckert, Sektionsleiter Ornithologie, Senckenberg Institut:
Das Dresdner Exemplar des Färöer-Raben (InvNr MTD-5073) kam vor 1878 in die Sammlung.