IKARUS, No. 4
Wandertaube (Ectopistes migratorius)

Das letzte frei lebende Exemplar wurde vom 14-jährige Sohn eines Farmers in Ohio im März 1900 abgeschossen. Der ausgestopfte Vogel (Martha) wird bis heute als Trophäe in einem Museum in Columbia aufbewahrt.
Früher: Schwärme mit 100 Millionen Tieren

Angeblich soll es nicht nur Stunden, sondern bis zu drei Tage gedauert haben, bis sie – einem gefiederten Sturm gleich – vorbeizogen, so ist es zeitgenössischen Berichten zu entnehmen. Ihre Schwärme mit bis zu rund 100 Millionen Tieren sollen mehr als einige Hundert Kilometer lang gewesen sein.

Auch ihre Brutkolonien bestanden aus mehreren Hunderttausend Paaren und waren angeblich, lang gestreckt an Waldrändern gelegen, bis zu mehrere Hundert Quadratkilometer groß. Tauben über Tauben, ein unglaubliches Naturspektakel.

Sehr wahrscheinlich war die Wandertaube damit nicht nur in Nordamerika, sondern weltweit die häufigste Vogelart, die es jemals gab. Doch das Gemetzel mit Schusswaffen konnten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts selbst diese Vogelmassen nicht überstehen.
Der berühmte Vogelmaler John James Audubon berichtete, dass „das Ufer des Ohio dicht von Männern und Jungen bevölkert war, die unablässig auf die wandernden Vögel schossen, als sie über den Fluss flogen.

Massen wurden getötet, die Menschen aßen eine Woche nichts als Tauben und sprachen über nichts anderes als Tauben; auch trieben einige Farmer ihre Schweine zum Fluss, um sie mit den Vögeln zu mästen.

Das zarte Fleisch vor allem der Nestlinge galt als leckere fette Delikatesse, mit der lange ein lukrativer Handel in den wachsenden großen Städten im Osten und Mittleren Westen der USA getrieben wurde.

Quelle:
https://www.welt.de/wissenschaft/tierwelt/article131766838/Der-tragische-Tod-der-letzten-Wandertaube-Martha.html