IKARUS, No. 16
Kakapo (Stropops Habroptilus)
Gute Nachrichten für Vogelliebhaber: Neuseeland rettet eines seiner Nationalsymbole vor dem Aussterben. Der Kakapo soll erhalten bleiben.
Der Kakapo ist nur in Neuseeland zu finden. Er ist nicht nur der dickste Papagei der Welt, er kann auch nicht fliegen. Das machte ihn leider zu einer begehrten Beute. In den Wäldern Neuseelands streifen viele Marder und Wildkatzen herum, die ein Ei oder ein Huhn der Kakapos sehr mögen.

Die Kakapo-Weibchen legen zudem nicht mehr als vier Eier pro Jahr und paaren sich im besten Fall auch nur alle zwei Jahre. Evolutionstechnisch gab es gute Gründe dafür. Der Vogel kann leicht das Alter von 90 Jahren erreichen. Wenn er zu viele Eier gelegt hätte, hätte sich die Art epidemieartig wie Kaninchen vermehrt.
Der Kakapo gilt als der dümmste Vogel der Welt. Seine Art wurde so dezimiert, dass 1977 nur noch genau 18 Vögel in den neuseeländischen Wäldern standen. Die neuseeländische Regierung hat deshalb ein echtes Zuchtprogramm für den Vogel gestartet. Mit Erfolg: In den letzten Jahrzehnten ist ihre Zahl stetig gewachsen. Im vergangenen Jahr wurde sogar ein Rekord gebrochen: 2018 wurden nicht weniger als 76 Kakapos geboren. Das bedeutet, dass die derzeitige Bevölkerung von 147 erwachsenen Kakapos wesentlich ergänzt wird.

Der Kakapo wird noch lange Zeit Schutz und menschliche Unterstützung brauchen. Denn im Paarungsverhalten ist der Kakapo auch ein Trottel. Frau Kakapo möchte sich nur alle zwei bis fünf Jahre paaren. Die männlichen Vögel interessieren sich zwar mehr für die Sache, aber sie stellen sich auch noch blöd an. Meistens arrangieren sie einen schönen Paarungsbereich, in dem sie ein großes Loch in der Nähe von Felsen graben und dann einen lauten Liebesschrei ausstoßen. Das einzige Problem ist, dass dieser Schrei überall widerhallt und die Weibchen oft nicht einmal den Paarungsbereich finden können.

Es gibt so viele Geschichten von paarungswilligen Weibchen, die auf ein leeres Paarungsgebiet zusteuern und dann tagelang auf ein Männchen warten, das niemals kommt. Und wenn die Männchen es nicht schaffen, ein Weibchen anzulocken, ziehen sie los und „klettern“ zur Paarung auf alles, was sich bewegt, einschließlich Raubtiere und Menschen.

Quelle:
https://brf.be/international/1276039/

Anmkerkung Dr. Martin Päckert, Sektionsleiter Ornithologie, Senckenberg Institut:
Das Dresdner Exemplar des Kakapos kam vor 1880 in die Sammlung. Es stammt aus dem Gebiet des “Dandenory Range”, Neuseeland.