ANIMA, No. 5
Dodo (Raphus cucullatus)

Zu Deutsch: „kapuzentragender Nachtvogel“.
Der Dodo, auch Dronte genannt, war ein flugunfähiger Taubenvogel, der im Indischen Ozean auf Mauritius lebte. 1598 berichteten Seefahrer erstmalig von dem Vogel, 100 Jahre später war er bereits ausgestorben. Heute steht er ikonisch für von Menschen ausgerottete Tierarten. Seefahrer steuerten auf der Ostindienroute die Insel an und nahmen die Vögel als Proviant mit auf lange Seefahrten. Hauptgründe für das Aussterben des Dodos waren neben der Bejagung eingeschleppte Ratten und ausgewilderte Haustiere, die die Gelege der bodenbrütenden Vögel zerstörten.

Die zoologische Präparatorin Hildegard Enting hat die Lebendrekonstruktion eines Dodos (Raphus cucullatus) erarbeitet.
Bei den weltweit seltenen Museumsexemplaren des Dodos handelt es sich fast ausschließlich um Skelette. Nur ein Kopf mit mumifizierter Haut ohne Federn ist in Oxford erhalten. Ein mumifizierter Fuß gilt als verschollen. Abgesehen von diesen Relikten kann das Erscheinungsbild des Dodos nur anhand zeitgenössischer Zeichnungen und Gemälde rekonstruiert werden. Die Zoologische Präparatorin Hildegard Enting hat auf Basis dieser Quellen und unter Berücksichtigung aktueller Forschungserkenntnisse eine Lebendrekonstruktion des Dodos erstellt, die seit dem 23. Februar 2019 im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt zu sehen ist.

Hildegard Entings Rekonstruktion besticht durch die Lebendigkeit der Darstellung. Ihr Dodo ist nicht als starres Präparat dargestellt, sondern als lebendig anmutendes Tier, das in seiner Bewegung festgehalten ist. Ihr Wunsch war es, eine Begegnung zwischen Betrachter und Objekt herzustellen: „Wenn unsere Museumsbesucher*innen dem Dodo in die Augen blicken und das Gefühl haben, er schaut sie an – dann ist das gut“, so Enting.

Unterstützt wurde Hildegard Enting vom Senckenberg-Ornithologen Dr. Gerald Mayr, von Dr. Bernd Herkner, ehemaliger Leiter der Abteilung Museum bei Senckenberg, von Marco Fischer, Präparator am Naturkundemuseum Erfurt, sowie von den Sponsoren des Dodos Dr. Claudia Giani-Leber und Dr. Hendrik Leber.

Quelle: https://museumfrankfurt.senckenberg.de/de/ausstellung/dauerausstellungen/dodo/

Anmerkungen Senckenberg Institut:
Die Senckenberg-Präparatorin Hildegard Enting erstellte auf Basis unterschiedlicher historischer Quellen und unter Berücksichtigung aktueller Forschungserkenntnisse eine Lebendrekonstruktion des Dodos. Das Schwanzgefieder und die Färbung beruhen auf einer Miniaturdarstellung des indischen Künstlers Ustad Mansur. Die auffällig kräftigen Beine und der gebogene, spitz auslaufende Schnabel sind durch Zeichnungen und Beschreibungen in Schiffslogbüchern der Gelderland (1601–1603) gut dokumentiert. Die Befiederung des Dodos mit Ohrfasanenfedern übernahm Marco Fischer, Präparator im Naturkundemuseum Erfurt und Inhaber der Firma Bio-Designs.Die Dodo-Rekonstruktion ist so gut gelungen, dass es leichtfällt, sich eine Begegnung mit einem lebenden Dodo vorzustellen: Neugierig kommt er auf einen zu und legt den Kopf leicht schräg, um sein Gegenüber zu begutachten.

Quelle:
Senckenberg Institut